Was ist Vorhofflimmern?

Das Vorhofflimmern, auch unter dem Begriff der absoluten Arrhythmie (kurz meist AF oder AFib von Atrial fibrillation) bekannt, bezeichnet eine spezifische Form der Herzrhythmusstörung, die vorrübergehend (paroxysmale oder intermittierende absolute Arrhythmie) oder dauerhaft (permanente absolute Arrhythmie) bestehen kann. Bei einem gesunden Herz schlagen die zwei Herzkammern und die beiden Herzvorhöfe im gleichen Takt und ermöglichen damit einen gleichmäßigen Blutfluss. Treten Rhythmusstörungen auf, kommt das Herz aus dem Takt, das Blut staut sich in den Vorhöfen und kann dort verklumpen. Die so entstehenden Blutgerinnsel können anschließend in den Blutkreislauf gelangen und bis ins Gehirn transportiert werden. Dort können sie dann der Auslöser für den gefährlichen Schlaganfall sein.

Die absolute Arrhythmie zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen. Alleine in Deutschland leiden darunter etwa 1,8 Millionen Menschen (Dunkelziffer vermutlich noch höher). Die Verbreitung verdoppelt sich mit jeder Altersdekade (<0,5 % mit 40-50 Jahren und 5-15 % mit ≥ 80 Jahren) und wird sich in den nächsten 50 Jahren mit dem Älterwerden der Bevölkerung noch einmal verdoppeln.

Im Unterschied zum Kammerflimmern ist diese Herzrhythmusstörung nicht direkt lebensbedrohlich, jedoch bringt sie ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall mit sich. Bis zu 90% der Fälle dieser Form der Arrhythmie verlaufen asymptomatisch, daher wird sie oft erst nach einem Hirnschlag diagnostiziert.

Was sind die Hauptmerkmale von Vorhofflimmern?

Ein typisches Symptom einer absoluten Arrhythmie ist Herzrasen oder das Fühlen eines unregelmäßigen Herzschlages. Die Betroffenen klagen daher meist über unspezifische Beschwerden wie Leistungsabfall, Müdigkeit, Palpitation oder Schlafstörungen. Oftmals wird dies jedoch nicht auf Vorhofflimmern zurückgeführt. Selbst stichprobenartige Kontrolluntersuchungen beim Arzt sind häufig nicht effektiv: 20% der Fälle werden nicht zuverlässig diagnostiziert und nur in 40 % der Fälle ist die Diagnose korrekt.

Eine regelmäßige Kontrolle ist daher umso wichtiger, gerade weil eine absolute Arrhythmie anfallartig und oft still verläuft und deshalb schwierig zu erkennen ist. Das Ruhe-EKG ist die sinnvollste Diagnosevariante; auch eine 24 h Überwachung kann für die definitive Diagnose herangezogen werden. Heutzutage kann den meisten Patienten eine medikamentöse oder invasive Behandlung angeboten werden, die eine normale oder fast normale Lebensweise trotz Vorhofflimmern ermöglicht. Die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten nach einer Behandlung liegt bei 10% im ersten Jahr und bei 5% pro Jahr danach.

Was sind die Risikofaktoren, die eine absolute Arrhythmie begünstigen?

  • Krankheitsgeschichte der Familie (Schlaganfall, Herzinfarkt etc.)
  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Das Risiko an dieser Arrhythmie zu erkranken liegt bei etwa 25% für Personen, die älter als 40 sind. Von diesem Alter an wird eine von vier Personen in seinem oder ihrem Leben an daran erkranken.
  • Andere Gründe: Strukturelle Herzkrankheit, Herzklappenfehler, Herzkrankheit wegen Bluthochdruck, Ischämische Herzkrankheit, Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankungen), Herzfehler

Sind ältere Personen eher betroffen?

Vorhofflimmern ist eine typische Arrhythmie der älteren Personen. Gemäß wissenschaftlichen Studien steigt die Verbreitung dieser Arrhythmie mit dem Alter progressiv an.

Sie liegt bei etwa 0,5 % im Alter von 50-59 Jahren und bei 8,8 % im Alter von 80-89 Jahren. Daraus folgt, dass das Durchschnittsalter von Personen, die an dieser Form der Arrhythmie leiden, sehr hoch ist: ungefähr 75 Jahre. Außerdem sind Männer häufiger von davon betroffen als Frauen.

Wie hängen Bluthochdruck und Vorhofflimmern zusammen?

Bluthochdruck erhöht das Risiko einer absoluten Arrhythmie um das 1,5-fache!

Bluthochdruck und diese Form der Herzrhythmusstörung treten gleichzeitig auf bei:

  •  72 % der Hirnschlag-Patienten
  • 82 % der Patienten mit chronischen Nierenkrankheiten
  • 77 % der Diabetes-Patienten
  • 73 % der Patienten mit Herzgefäßkrankheiten
  • 71 % der Patienten, bei denen ein Herzfehler festgestellt wurde
  • 62 % der Patienten mit dem metabolischen Syndrom