Was ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist eine der am meisten unterschätzten Krankheiten unserer Zeit. Und eine der heimtückischsten, da er lange Zeit symptomlos verläuft und oftmals erst erkannt wird, wenn bereits Schäden an Herz und/oder Gefäßwänden aufgetreten sind, woraus wiederum Folgeerkrankungen entstanden sind (z. B. Schlaganfall, Nierenversagen, Herzinfarkt, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen).

Zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen:

  • Übergewicht
  • Stress
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Lebensweise (zu viel Salz, Alkohol, Rauchen)

Wie entsteht hoher bzw. niedriger Blutdruck?

Die Höhe des Blutdrucks wird in einem Teil des Gehirns, dem sog. Kreislaufzentrum, bestimmt und durch Rückmeldungen über Nervenbahnen der jeweiligen Situation angepasst. Zur Einstellung des Blutdruckes wird die Schlagkraft und Frequenz des Herzens (Puls) sowie die Gefäßweite des Kreislaufs verändert. Die Höhe des arteriellen Blutdruckes verändert sich periodisch innerhalb der Herztätigkeit: Während des Blutauswurfes (Systole) ist der Wert maximal (systolischer Blutdruckwert), am Ende der Herzruhepause minimal (diastolischer Blutdruckwert). Die Blutdruckwerte sollten zur Vermeidung bestimmter Krankheiten in bestimmten Normalbereichen liegen.


Was sind die Folgen von erhöhtem Blutdruck?

Ein zu hoher arterieller Blutdruck wirkt sich zunächst auf die Gefäße aus, indem er die Gefäßwände steifer und dicker werden lässt. Auf lange Sicht kann dies schwerwiegende Auswirkungen z. B. auf das Herz, das Gehirn oder die Nieren haben. Zudem ist Bluthockdruck ein ernstzunehmender Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die häufigste Folge von unbehandeltem Bluthochdruck sind Schlaganfall und Herzinfarkt. Nierenversagen, Angina Pectoris, Lähmungen, Verlust der Sprache und Demenz gehören ebenso zu den Komplikationen, die durch arteriellen Bluthochdruck verursacht werden können.

Was können Sie tun, wenn regelmäßig erhöhte/niedrige Werte festgestellt werden?

Während niedrige Blutdruckwerte meist unbedenklich sind, sollten Sie im Fall von erhöhten Werten eine Abklärung beim Arzt vornehmen. 
Bei ärztlich festgestelltem erhöhtem Blutdruck und zur Vorbeugung (Prävention) von Bluthochdruck können Sie mittels Selbstmaßnahmen die Höhe des Blutdruckes günstig beeinflussen. Diese Maßnahmen sind Teil Ihrer allgemeinen Lebensweise:

A) Essgewohnheiten

  • Streben Sie das Ihrer Altersgruppe entsprechende Normalgewicht an. Reduzieren Sie Übergewicht!
  • Vermeiden Sie übermäßigen Kochsalzgenuss
  • Vermeiden Sie fettreiche Speisen

B) Vorausgegangene Erkrankungen

  • Befolgen Sie alle Anweisungen zur Behandlung vorausgegangener Erkrankungen wie z. B. Diabetes (Diabetes mellitus), Störungen des Fettmetabolismus, Gicht usw.

C) Gewohnheiten

  • Hören Sie mit dem Rauchen auf
  • Trinken Sie nur mäßige Alkoholmengen
  • Schränken Sie Ihren Koffeingenuss (Kaffee) ein

D) Physische Konstitution

  • Treiben Sie regelmäßig Sport. Trainieren Sie dabei moderat und vermeiden Sie es, bis zur Erschöpfung bzw. bis zu Ihrer Leistungsgrenze zu gehen.
  • Wenn Sie eine frühere Erkrankung hatten oder älter als 40 Jahre sind, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, bevor Sie sportliche Aktivitäten beginnen. Er wird Sie über Art und Ausmaß der für Sie in Frage kommenden Sportarten informieren. 

Was ist der Weißkittel-Bluthochdruck?

Weißkittel-Bluthochdruck ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Effekt, dass bei einem Patienten ein höherer Blutdruck gemessen wird, wenn die Messung von einem Arzt (in der Regel im weißen Kittel) oder einer Krankenschwester durchgeführt wird. Dieser Effekt entsteht, weil man bei solchen offiziellen Messungen oft nervös und aufgeregt und der Blutdruck daher dementsprechend höher ist. Das Problem ist, dass eine Person unter normalen Umständen vielleicht keinen zu hohen Blutdruck hat, jedoch aufgrund der Messung des Arztes Bluthochdruck diagnostiziert wird. Heimgeräte sind die beste Möglichkeit, um diesen Weißkittel-Effekt zu vermeiden. Einige Langzeitstudien haben nachgewiesen, dass Menschen mit höherem Blutdruck beim Arzt ebenfalls ein höheres Risiko zur Entwicklung von Bluthochdruck besitzen. Deshalb sollten diese Patienten ihren Blutdruck häufig überprüfen.