Gründe für die Messung der Körpertemperatur

Die Messung der Körpertemperatur ist in der Medizin von großer Bedeutung. Eine Reihe von Krankheiten wird durch charakteristische Veränderungen der Körpertemperatur gekennzeichnet. Bei anderen Erkrankungen kann der Verlauf der Krankheit durch die Messung der Körpertemperatur nachvollzogen werden, und der Arzt kann die Effektivität einer Behandlungsmethode anhand der Körpertemperaturwerte bewerten. Fieber ist eine Reaktion auf krankheitsspezifische Stimuli, bei der der Körper die normale Körpertemperatur verändert, um die körpereigenen Abwehrmechanismen zu unterstützen. Fieber ist die häufigste Form der pathologischen (krankheitsbedingten) Erhöhung der Körpertemperatur.

Wichtige Hinweise für die Messung

Die gemessene Körpertemperatur hängt immer davon ab, an welcher Körperstelle die Temperatur gemessen wurde.
Aus diesem Grund gibt es, entgegen der anderslautenden weit verbreiteten Meinung, keine allgemeine Normaltemperatur.
Auch die Körpertemperatur einer gesunden Person verändert sich im Tagesverlauf und in Abhängigkeit von den ausgeführten Tätigkeiten.
Bei einer rektalen Temperaturmessung ist die Körpertemperatur im Normalfall aufgrund physiologischer Ursachen am Abend
um 0,5 °C höher als zu anderen Tageszeiten.
Die Körpertemperatur ist außerdem auch nach jeder körperlichen Anstrengung erhöht.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der Kerntemperatur und der Oberflächentemperatur.
Die Oberflächentemperatur wird an der Hautoberfläche gemessen und ergibt sich aus der Temperatur im Körperinneren
und der Umgebungstemperatur.
Die Kerntemperatur wird durch das Einführen eines Thermometers in eine Körperöffnung gemessen und gibt die Temperatur der Schleimhaut an.

Genauigkeit der Temperaturmessung

Es ist wichtig, zwischen der technischen Genauigkeit, mit der das Thermometer eine Messung ausführt, und der klinischen Verlässlichkeit einer bestimmten Messmethode zu unterscheiden. Die Messgenauigkeit des Thermometers wird unter idealisierten Bedingungen nach den maßgeblichen technischen Normen bestimmt, um die Qualität des Messinstruments zu garantieren. Hochwertige Thermometer nach dem aktuellen Stand der Technik messen mit einer Messgenauigkeit von +/- 0,1 °C. Die technische Genauigkeit und die klinische Verlässlichkeit dürfen bei der Verwendung des Thermometers nicht verwechselt werden. Die menschliche Körpertemperatur, die je nach Körperstelle und Zeitpunkt der Messung schwankt, hängt von physiologischen Ursachen ab und muss von Fehlfunktionen des Thermometers abgegrenzt werden. Die Messgenauigkeit hängt vor allem davon ab, ob das Thermometer korrekt benutzt wird (siehe Bedienungsanleitung!).

Was ist bei der Temperaturmessung zu beachten?

Grundsätzlich gilt: die gemessene Körpertemperatur hängt immer vom Ort der Messung ab. Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Ansicht gibt es deshalb keine einfache "Normaltemperatur".
Außerdem variiert die Körpertemperatur des Gesunden mit der Aktivität und der Tageszeit.
Eine typische Temperaturdifferenz von 0,5 °C ist bei der rektalen Messung zwischen der höheren Abendtemperatur und der niedrigen Morgentemperatur physiologisch. Nach körperlicher Aktivität ist die Körpertemperatur grundsätzlich erhöht.
Grob wird eine Kerntemperatur von einer Oberflächentemperatur unterschieden, wobei die Oberflächentemperatur an der Hautoberfläche gemessen wird und eine Mischtemperatur zwischen der Körperkerntemperatur und der Umgebungstemperatur darstellt.
Die Messung der Kerntemperatur wird durch das Einführen von Thermometern in Körperhöhlen angestrebt, dabei wird die Temperatur von Schleimhäuten erfasst.

Wie unterschiedlich sind die verschiedenen Messbereiche & Messmethoden?

Normale Körpertemperaturbereiche:

Axilar (34,7 – 37,7°C)

Rektal (36,6 – 38,0°C)

Oral (35,5 – 37,5°C)

Stirn (35,4 – 37,4°C)

Ohr (35,6 – 37,8°C)

Generell sollten Messergebnisse von verschiedenen Messorten nicht verglichen werden,
da die normale Körpertemperatur je nach Messort und auch je nach Tageszeit variiert.